So bekommen Sie Ihr Traumhaus für 10.000 Euro

Der Hausbau steht vor einer Revolution. Betrachtet man die Entwicklung, muss man fragen: Wird in Zukunft nicht mehr Stein auf Stein gebaut oder Beton um ein Stahlgerüst gegossen? Die Häuser der Zukunft werden gedruckt – heute schon. Mit gravierenden Auswirkungen auf die Kosten.



2017 wurde das erste Haus komplett gedruckt. Kosten-, Ressourcen- und Zeitersparnis sind enorm. Projektentwickler und Bauindustrie beziffern die heutigen Kosten für einen herkömmlich neu gebauten Quadratmeter auf 2.500 bis 3.000 Euro. Ein gedrucktes Häuschen von ungefähr 38 Quadratmetern liegt bei den Gesamtkosten um die 9.500 Euro – also nur dem vierfachen eines Quadratmeters. Dabei liegt der Rohbau unter 4.000 Euro, der Rest entfällt auf die Ausbauten.


 


Während der Rohbau vollständig gedruckt werden kann, müssen Ein- und Ausbauten – wie Türen, Fenster, Fassade, technische Ausstattung – nachträglich ein- und ausgebaut werden. Aber auch da gibt es die meisten schon aus dem Drucker. Bisher wurden Fertigteile hergestellt und auf dem Baugrund zusammengesetzt. Dass nun der Rohbau eines Hauses komplett gedruckt wurde, zeigt in welche Richtung es geht.


 


Der Drucker besteht aus einer Druckerdüse an einem schwenkbaren Arm, der wiederum auf einem höhenverstellbaren Sockel sitz. Er trägt die „Tinte“ Schicht für Schicht auf. Sie besteht aus Bauschutt, schnell trocknendem Zement und einem speziellen Härtungsmittel. In 24 Stunden ist sie trocken und man benötigt keine Verschalung des Rohbaus. Neben diesem Spezialbeton ist auch das Drucken von Metall möglich.


 


Kunststoff wird aber vermutlich der Baustoff der Zukunft sein. Transparentes Kunststoffgranulat kann die Funktionen von Mauerwerk, Dämmmaterial und Putz übernehmen. Dafür ist das ganze Verfahren höchst flexibel. Der Bauherr kann sein Heim ganz individuell gestalten. Denn es kann fast alles gedruckt werden, was man am Computer mit der entsprechenden Designsoftware entwerfen kann – ohne dass die Kosten beträchtlich steigen. Schließlich kommt es fast nur auf die Arbeitszeit des Designers am PC an und weniger darauf, wie viel der Drucker zu drucken hat.


 


Denkbar wäre, dass jeder sein Haus mit einer App auf dem Handy entwirft. Dann würden sogar die Kosten für den Designer wegfallen. Außerdem gibt es ökologische Kunststoffe, die sogar das Kompostieren des Hauses erlauben. So kann der Kunststoffheimbesitzer umweltfreundlich seine Immobilie entsorgen, wenn er ausziehen möchte oder einfach nur ein neues Haus möchte. Man könnte sogar so weit gehen und sagen: Die Immobilie ist gar nicht mehr immobil. Weil sie zum Bauplan auf dem Smartphone wird und überall mit hingenommen und das Heim überall errichtet werden kann.


 


Das bedeutet nichts weniger als eine Umwälzung des Immobilienmarktes.


 


 


Foto: Chesky_W


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